GP von Australien 2026: Russell siegt, Ferraris VSC-Poker scheitert
Russell gewinnt den GP von Australien 2026 von der Pole, 2,974 s vor Antonelli, weil Ferrari unter VSC draußen blieb. Leclerc schlägt Hamilton im Kampf ums Podium.
George Russell hat den Großen Preis von Australien von der Pole-Position gewonnen, 2,974 Sekunden vor Mercedes-Teamkollege Kimi Antonelli, und die neue Regel-Ära im Albert Park mit einem Doppelsieg eröffnet. Charles Leclerc wurde Dritter mit 15,5 Sekunden Rückstand, Lewis Hamilton lag nur 0,625 s dahinter. Das Tempo zählte, doch entschieden wurde das Rennen in Melbourne von den Entscheidungen der Teams unter dem ersten virtuellen Safety-Car.
Wie Russell in Melbourne gewann
Leclerc kam von Platz vier am besten weg und führte in Kurve 1, während Antonelli nach einem schwachen Start auf Rang sieben zurückfiel. Russell und Leclerc tauschten danach mehrfach die Führung, der Ferrari konterte mit dem Overtake-Modus, bis Russell in Runde 9 in Kurve 1 heftig verbremste und Hamilton herankommen ließ.
Die Wende kam, als Isack Hadjars Red Bull mit Motorschaden zu qualmen begann und das VSC ausgerufen wurde. Mercedes holte beide Autos direkt hintereinander herein; Ferrari ließ Leclerc und Hamilton draußen. Ein zweites VSC folgte, als Valtteri Bottas seinen Cadillac mit einem Problem an der Kraftstoffversorgung abstellte, und die Boxengasse wurde geschlossen, bevor Ferrari umdenken konnte. Hamiltons Urteil am Funk: "Wenigstens einer von uns hätte reinkommen sollen."
Ferraris Plan setzte darauf, dass Mercedes ein zweites Mal stoppen muss. Dazu kam es nie. Russell hatte seinem Team schon gesagt, dass ein Stopp reicht, und nachdem Leclerc in Runde 26 auf harte Reifen gewechselt hatte und Hamilton gefolgt war, übernahm Russell in Kurve 9 wieder die Spitze und gab sie nicht mehr ab. Antonelli lag in Runde 50 noch 5,7 s zurück und kam bis ins Ziel auf unter drei Sekunden heran.
Max Verstappen, der in Q1 abgeflogen und von Platz 20 gestartet war, fuhr bis auf Rang sechs nach vorn, fand aber keinen Weg an Lando Norris vorbei, der mit zwei Stopps Fünfter wurde. Oscar Piastri stand bei seinem Heimrennen nicht einmal am Start: Auf dem Weg in die Startaufstellung erwischte er mit kalten Reifen den Randstein in Kurve 4 und schlug in die Begrenzung ein. Auch Nico Hülkenbergs Audi startete wegen eines technischen Problems nicht, dafür holte Gabriel Bortoleto beim Debüt des Teams als Neunter Punkte.
Russell gegen Antonelli und die anderen Teamduelle
Mercedes. Antonelli steckte einen Unfall im letzten freien Training weg und qualifizierte sich als Zweiter, doch Russell hatte am Samstag die Nase vorn, nach unserer Zählung um 0,373 Prozent einer Runde, und am Sonntag erneut. Der schwache Start nahm Antonelli jede Chance auf einen Kampf um den Sieg. Runde eins geht an den Routinier: 1–0 in beiden Spalten.
Ferrari. Leclerc qualifizierte sich als Vierter, Hamilton als Siebter. Hamilton gewann in der ersten Runde vier Plätze, führte während Leclercs Stopp und kam am Ende bis auf eine Sekunde an seinen Teamkollegen heran, ein Überholmanöver gelang ihm aber nicht. Bei F1 Duels beginnt ihr direktes Duell mit 1–0 für Leclerc im Qualifying und im Rennen, am Sonntag entschieden mit 0,625 s.
Red Bull. Das auffälligste Ergebnis des Samstags lieferte Hadjar. In seinem ersten Rennen für Red Bull qualifizierte er sich als Dritter, während Max Verstappen in Q1 in den Barrieren landete. Hadjar lag auf Platz fünf, als sein Motor aufgab, deshalb zählt das Rennen in unserem Modell nicht: Er führt samstags mit 1–0, die Rennspalte ist noch leer.
Racing Bulls. Liam Lawson schlug Rookie Arvid Lindblad im Qualifying, Achter gegen Neunter, verlor dann aber beim Start Leistung und wurde 13. Lindblad fuhr anfangs auf Platz fünf, kämpfte mit Oliver Bearman um Rang sieben und holte als Achter bei seinem Debüt Punkte. Ihr Duell steht nach einem Wochenende unentschieden: Samstag für Lawson, Sonntag für Lindblad.
Was das für die WM bedeutet
Russell verlässt Melbourne zum ersten Mal in seiner Karriere als WM-Führender, sieben Punkte vor Antonelli und zehn vor Leclerc. Mercedes hat bereits 43 Punkte, Ferrari 27 und eine Strategieentscheidung zu erklären. Alle Duelle dieses Rennens stehen auf unserer Duellseite zum GP von Australien. Weiter geht es am folgenden Wochenende in Shanghai.